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Fixkosten senken: Wohnen, Energie, Verträge und Bankgebühren

Fixkosten fallen jeden Monat an, ohne dass Sie darüber nachdenken. Wer sie einmal gründlich prüft, spart dauerhaft. So gehen Sie Posten für Posten vor, mit Beispielrechnung.

Person prüft zu Hause Verträge und Rechnungen, um Fixkosten zu senken

Fixkosten sind die Beträge, die jeden Monat automatisch vom Konto gehen: Miete, Strom, Handy, Versicherungen, Streaming, Kontogebühren. Weil sie laufen, ohne dass man etwas tun muss, werden sie selten geprüft. Genau darin liegt das Sparpotenzial.

Eine einmalige Kürzung bei den Fixkosten wirkt jeden Monat weiter, ohne dass Sie auf etwas verzichten müssen, das Ihnen wichtig ist. Dieser Artikel geht die typischen Posten in deutschen Haushalten durch, zeigt eine Beispielrechnung und endet mit einer Checkliste.

In 30 Sekunden

  • Listen Sie alle Daueraufträge, Lastschriften und Abbuchungen der letzten zwölf Monate auf.
  • Die größten Hebel liegen meist bei Wohnen, Energie, Versicherungen und Mobilität.
  • Viele Verträge sind nach der Mindestlaufzeit mit kurzer Frist kündbar. Prüfen Sie Ihre Verträge.
  • Überweisen Sie die Ersparnis direkt auf ein Sparkonto, sonst verschwindet sie im Alltag.

Bestandsaufnahme: alle Fixkosten auf einen Blick

Laden Sie die Umsätze Ihres Girokontos und Ihrer Kreditkarte für die letzten zwölf Monate herunter. Zwölf Monate sind wichtig, weil viele Verträge jährlich oder quartalsweise abgebucht werden. Markieren Sie jede wiederkehrende Zahlung und tragen Sie sie in eine Liste ein: Anbieter, Betrag, Zahlungsrhythmus, Laufzeit und Kündigungsfrist.

Rechnen Sie jährliche Beträge auf den Monat um. Eine Versicherung, die einmal im Jahr abgebucht wird, erscheint im Alltag nicht als Fixkosten, belastet aber Ihr Budget genauso. Wenn Sie noch kein Monatsbudget führen, ist diese Liste ein guter Anfang.

Sortieren Sie die Liste danach nach Betrag. Beginnen Sie bei den großen Posten. Zehn Prozent weniger bei der Warmmiete bringen mehr als die Kündigung von drei kleinen Apps.

Wohnen und Nebenkosten

Die Miete ist für die meisten Haushalte der größte Posten. Die Kaltmiete lässt sich kurzfristig selten senken, bei den Nebenkosten gibt es aber Spielraum.

  • Nebenkostenabrechnung prüfen: Kontrollieren Sie, ob nur umlagefähige Kosten abgerechnet werden, ob der Verteilerschlüssel stimmt und ob die Abrechnung rechtzeitig kam. Mietervereine und Verbraucherzentralen helfen bei der Prüfung.
  • Vorauszahlungen anpassen: Zu hohe Abschläge binden Geld, zu niedrige führen zu Nachzahlungen. Beides lässt sich nach einer Abrechnung ändern.
  • Heizen und Warmwasser: Richtiges Lüften, eine etwas niedrigere Raumtemperatur und kürzeres Duschen senken den Verbrauch spürbar, vor allem in schlecht gedämmten Wohnungen.
  • Mieterhöhung prüfen: Vergleichen Sie eine Erhöhung mit dem örtlichen Mietspiegel und lassen Sie sie im Zweifel prüfen, bevor Sie zustimmen.
  • Wohngeld: Bei geringem Einkommen kann ein Anspruch bestehen. Die Wohngeldstelle Ihrer Stadt prüft das.

Eigentümer prüfen ihre Kreditkonditionen vor dem Ende der Zinsbindung, die Wohngebäudeversicherung und die Kosten für Instandhaltung. Wie stark das Wohnen in einer teuren Großstadt das Budget prägt, zeigt unser Beitrag über Geld und Alltag in Stuttgart.

Energie, Telefon und Internet

Strom und Gas

Wer nie gewechselt hat, ist oft in der Grundversorgung des örtlichen Anbieters. Die Grundversorgung ist häufig teurer als andere Tarife, dafür kurzfristig kündbar. Vergleichen Sie Tarife mit Ihrem tatsächlichen Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung. Achten Sie auf Preisgarantie, Laufzeit, Kündigungsfrist und darauf, ob ein Bonus nur im ersten Jahr gilt. Erhöht Ihr Anbieter die Preise, haben Sie in der Regel ein Sonderkündigungsrecht.

Auch der Verbrauch zählt. Alte Kühlgeräte, Geräte im Standby und elektrische Warmwasserbereitung verursachen oft einen großen Teil der Stromkosten.

Handy und Internet

Prüfen Sie, wie viel Datenvolumen Sie tatsächlich nutzen. Viele zahlen für Tarife, die sie nicht ausschöpfen. Verträge mit Smartphone sind oft teurer als ein getrennt gekauftes Gerät mit einem günstigen Tarif. Rechnen Sie die Gesamtkosten über die Laufzeit aus.

Für Telefon- und Internetverträge gelten verbraucherfreundliche Kündigungsregeln: Nach Ablauf der ersten Mindestlaufzeit können Sie in der Regel mit kurzer Frist kündigen. Viele Anbieter senken den Preis, wenn Sie kündigen oder einen Wechsel ankündigen. Online abgeschlossene Verträge müssen sich über eine gut sichtbare Kündigungsschaltfläche beenden lassen.

Versicherungen, Abos, Mobilität und Bankgebühren

Versicherungen

Wichtig sind Versicherungen gegen Risiken, die Sie finanziell ruinieren könnten, zum Beispiel die private Haftpflichtversicherung und je nach Lage eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Weniger wichtig sind Policen für kleine Schäden, die Sie aus einem Notgroschen bezahlen können, etwa manche Handy- oder Brillenversicherungen. Prüfen Sie außerdem auf Doppelversicherungen, etwa wenn nach dem Zusammenziehen zwei Haftpflicht- oder Hausratversicherungen laufen. Eine höhere Selbstbeteiligung kann den Beitrag senken. Kfz-Versicherungen lassen sich meist zum Ende des Versicherungsjahres wechseln. Den genauen Stichtag nennt Ihr Vertrag.

Abos und Mitgliedschaften

Streaming, Musik, Cloudspeicher, Zeitschriften, Apps und Fitnessstudio: Einzeln wirken diese Beträge klein. Zusammen ergeben sie oft einen deutlichen Monatsposten. Kündigen Sie, was Sie in den letzten drei Monaten kaum genutzt haben. Streamingdienste lassen sich auch abwechselnd statt gleichzeitig nutzen.

Mobilität

Ein Auto verursacht neben Kraftstoff auch Versicherung, Steuer, Wartung, Parken und Wertverlust. Rechnen Sie die Vollkosten pro Monat aus und vergleichen Sie sie mit Deutschlandticket, Jobticket, Fahrrad und gelegentlichem Carsharing. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach Zuschüssen zu Fahrkarten oder einem Dienstrad.

Bankgebühren

Kontoführungsgebühren, Kosten für Karten, Überweisungen oder Bargeld am fremden Automaten summieren sich. Vergleichen Sie Ihr Kontomodell mit Ihrer tatsächlichen Nutzung. Jede Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU hat Anspruch auf ein Basiskonto, allerdings ebenfalls gegen ein angemessenes Entgelt.

Beispielrechnung: was eine Vertragsprüfung bringen kann

Die folgende Tabelle zeigt einen erfundenen Haushalt mit einer Person. Alle Beträge sind Annahmen, keine Marktpreise. Ihre Ersparnis kann höher oder niedriger ausfallen.

Beispiel: monatliche Fixkosten vor und nach einer Prüfung (alle Werte angenommen)
Posten Vorher Nachher Differenz
Strom (Wechsel aus der Grundversorgung) 95 € 80 € 15 €
Internet (neuer Tarif nach Mindestlaufzeit) 45 € 35 € 10 €
Zwei Handyverträge (kleinere Datentarife) 60 € 30 € 30 €
Versicherungen (Doppelung beendet, Selbstbeteiligung) 85 € 65 € 20 €
Abos und Mitgliedschaften 48 € 22 € 26 €
Girokonto (anderes Kontomodell) 9 € 4 € 5 €
Summe 342 € 236 € 106 €
106 €Beispiel: angenommene monatliche Ersparnis aus der Tabelle
1.272 €Beispiel: dieselbe Ersparnis über zwölf Monate (106 € × 12)
6.360 €Beispiel: Summe nach fünf Jahren ohne Zinsen (106 € × 60)

Keiner dieser Schritte bedeutet Verzicht im Alltag. Der Aufwand liegt bei einigen Stunden für Vergleiche und Kündigungen. Damit die Ersparnis nicht unbemerkt in anderen Ausgaben verschwindet, richten Sie direkt einen Dauerauftrag in gleicher Höhe auf ein Sparkonto ein. Mit dem Rechner sehen Sie, was daraus mit Zinsen werden kann.

Checkliste und Vorgehen

  1. Liste erstellen

    Alle wiederkehrenden Zahlungen der letzten zwölf Monate mit Betrag, Rhythmus und Kündigungsfrist erfassen.

  2. Nach Größe sortieren

    Mit den drei größten Posten beginnen, die kleinen später in einem Durchgang erledigen.

  3. Vergleichen

    Für jeden Vertrag den aktuellen Preis mit zwei oder drei Alternativen vergleichen. Dabei immer die Gesamtkosten über die Laufzeit betrachten.

  4. Kündigen oder nachverhandeln

    Schriftlich oder per Kündigungsschaltfläche kündigen und die Bestätigung aufbewahren. Bei Bestandsverträgen vorher nach einem günstigeren Tarif fragen.

  5. Ersparnis sichern

    Den gesparten Betrag per Dauerauftrag auf ein Sparkonto überweisen.

  6. Jährlich wiederholen

    Einmal im Jahr die Liste prüfen, am besten zu einem festen Termin.

Diese Punkte sollten Sie dabei abhaken:

  • Nebenkostenabrechnung geprüft und Vorauszahlung angepasst
  • Strom- und Gastarif mit dem eigenen Verbrauch verglichen
  • Handy- und Internettarif an die tatsächliche Nutzung angepasst
  • Versicherungen auf Doppelungen und unnötige Policen geprüft
  • Ungenutzte Abos und Mitgliedschaften gekündigt
  • Mobilitätskosten mit Alternativen verglichen
  • Kontomodell und Bankgebühren geprüft
  • Befreiungen und Ermäßigungen geprüft, etwa beim Rundfunkbeitrag für Bezieher bestimmter Sozialleistungen

Offizielle Quellen

  • Verbraucherzentrale: Energieberatung, Musterbriefe zur Kündigung und Hinweise zu Handy-, Internet- und Versicherungsverträgen.
  • BaFin: Verbraucherinformationen zu Girokonten, Basiskonto und Versicherungen.
  • Bundesministerium der Finanzen: steuerliche Regeln, etwa zu haushaltsnahen Dienstleistungen und Fahrtkosten.

Häufige Fragen

Welche Fixkosten lassen sich am leichtesten senken?

Oft sind es Strom und Gas, Handy- und Internettarife sowie Abos, weil ein Wechsel wenig Aufwand macht. Den größten Betrag bringen aber meist Wohnen, Versicherungen und Mobilität. Beginnen Sie mit dem, was bei Ihnen am meisten kostet.

Wie oft sollte ich meine Verträge überprüfen?

Einmal im Jahr ist ein guter Rhythmus. Zusätzlich lohnt sich eine Prüfung bei Preiserhöhungen, nach einem Umzug oder wenn sich Ihre Lebenssituation ändert. Eine Liste mit Kündigungsfristen macht die Prüfung schnell.

Kann ich bei einer Preiserhöhung sofort kündigen?

Bei vielen Verträgen, etwa für Strom, Gas oder Versicherungen, besteht bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Die Frist dafür ist meist kurz und steht im Schreiben des Anbieters. Prüfen Sie es sofort nach Erhalt.

Lohnt sich ein Wechsel für kleine Beträge?

Ein Wechsel, der nur wenige Euro im Monat spart, lohnt sich über mehrere Jahre trotzdem, wenn er wenig Aufwand macht. Rechnen Sie die Ersparnis auf das Jahr hoch, dann wird der Effekt klarer.

Was mache ich mit dem gesparten Geld?

Überweisen Sie den Betrag direkt per Dauerauftrag auf ein Sparkonto oder nutzen Sie ihn zur Tilgung teurer Schulden. Wenn er auf dem Girokonto bleibt, wird er erfahrungsgemäß schnell für andere Dinge ausgegeben.

Über den Autor

HomeCasa-Redaktion

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