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Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch: Sparkonten im Vergleich

Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch oder Sparbrief: Jede Sparform hat eigene Regeln für Zins und Zugriff. So vergleichen Sie Angebote und finden das Konto, das zu Ihrem Ziel passt.

Münzen, Bankkarte und Notizbuch als Symbol für den Vergleich von Sparkonten

Wer Geld sicher parken will, hat in Deutschland mehrere Möglichkeiten. Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch und Sparbrief klingen ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich darin, wie schnell Sie an Ihr Geld kommen und wie der Zins berechnet wird.

Dieser Artikel stellt die üblichen Sparformen vor, erklärt die wichtigsten Vergleichskriterien und zeigt Schritt für Schritt, wie Sie ein passendes Konto auswählen. Konkrete Zinssätze nennen wir nicht, weil sie sich laufend ändern.

In 30 Sekunden

  • Tagesgeld ist täglich verfügbar und hat einen variablen Zins. Es eignet sich für Rücklagen.
  • Festgeld und Sparbriefe binden Geld für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins.
  • Deutschland hat kein staatlich reguliertes, steuerfreies Sparkonto für alle. Zinsen sind Kapitalerträge.
  • Vergleichen Sie Zinsart, Zinsdauer, Zugriff, Gebühren und die Einlagensicherung des Landes, in dem die Bank sitzt.
  • Liegt der Zins unter der Inflationsrate, verliert Ihr Erspartes an Kaufkraft.

Die wichtigsten Sparformen im Überblick

Die folgenden Sparformen bieten Banken und Sparkassen in Deutschland üblicherweise an. Die Bezeichnungen können je nach Institut leicht abweichen.

Sparformen in Deutschland und ihre Merkmale
Sparform Zugriff Zins Geeignet für
Tagesgeld Jederzeit Variabel Notgroschen, kurzfristige Ziele
Festgeld Erst nach Laufzeitende Fest für die Laufzeit Geld mit festem Verwendungstermin
Sparbuch, Sparkonto mit Kündigungsfrist Begrenzt ohne Kündigung, sonst nach Frist Meist variabel Kinder, einfache Rücklagen vor Ort
Kündigungsgeld Nach vereinbarter Kündigungsfrist Variabel oder fest Geld, das Sie planbar brauchen
Sparbrief Erst nach Laufzeitende Fest Mittelfristig gebundenes Geld
Ratensparplan der Bank Je nach Vertrag Oft mit Bonus nach Laufzeit Regelmäßiges Sparen über Jahre

Geförderte Sparformen

Ein allgemeines steuerfreies Sparkonto, wie es manche Länder kennen, gibt es in Deutschland nicht. Staatliche Förderung gibt es für bestimmte Zwecke. Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers können in bestimmte Sparformen fließen und unter Einkommensgrenzen eine Arbeitnehmersparzulage erhalten. Bausparverträge können unter Voraussetzungen mit der Wohnungsbauprämie gefördert werden. Ob Sie die Bedingungen erfüllen, prüfen Sie bei Ihrer Bank und beim Bundesfinanzministerium. Für die Altersvorsorge gibt es eigene Wege, die ein eigenes Thema sind.

Tagesgeld und Festgeld genauer betrachtet

Tagesgeld

Das Tagesgeldkonto ist ein Verrechnungskonto ohne Laufzeit. Überweisungen gehen meist nur auf ein festgelegtes Referenzkonto, in der Regel Ihr Girokonto. Der Zins ist variabel und kann jederzeit sinken oder steigen. Viele Banken werben mit Aktionszinsen, die nur für Neukunden, für eine begrenzte Zeit oder bis zu einem Höchstbetrag gelten. Danach fällt der Zins oft deutlich. Lesen Sie deshalb die Bedingungen genau.

Für einen Notgroschen ist Tagesgeld die übliche Wahl, weil das Geld sicher und schnell erreichbar ist.

Festgeld

Beim Festgeld vereinbaren Sie einen Betrag, eine Laufzeit und einen festen Zins. Während der Laufzeit können Sie in der Regel nicht über das Geld verfügen. Der Vorteil: Sie wissen genau, welchen Zins Sie bekommen, auch wenn die Marktzinsen fallen. Der Nachteil: Steigen die Zinsen, profitieren Sie erst nach Ablauf davon.

Achten Sie darauf, was bei Laufzeitende passiert. Manche Banken verlängern das Festgeld automatisch zu dann gültigen Konditionen, andere zahlen es auf das Referenzkonto aus. Notieren Sie sich das Enddatum.

Worauf Sie beim Vergleich achten

Der Zins ist nur ein Kriterium. Diese Punkte gehören ebenso in den Vergleich:

  • Zinsart: fest oder variabel. Ein variabler Zins ist eine Momentaufnahme.
  • Zinsgarantie und Aktionsdauer: Wie lange gilt der beworbene Zins, und für welchen Betrag?
  • Zinsgutschrift: monatlich, quartalsweise oder jährlich. Häufigere Gutschriften führen zu etwas mehr Zinseszins.
  • Verfügbarkeit: jederzeit, mit Kündigungsfrist oder erst nach Laufzeitende.
  • Gebühren: Die meisten Sparkonten sind kostenlos. Prüfen Sie trotzdem, ob Kosten für Kontoführung, Auszüge oder vorzeitige Verfügung anfallen.
  • Einlagensicherung: In welchem Land sitzt die Bank, und welche Sicherung gilt dort?
  • Steuerliche Abwicklung: Deutsche Banken führen die Abgeltungsteuer ab und nehmen einen Freistellungsauftrag an. Bei ausländischen Banken ist das oft nicht so.

Einlagensicherung

In der EU sind Einlagen durch eine gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem festgelegten Betrag pro Kunde und Bank geschützt. Die Sicherung erfolgt über das Land, in dem die Bank ihren Sitz hat. Viele deutsche Banken sind zusätzlich Mitglied in freiwilligen Sicherungseinrichtungen, Sparkassen und Genossenschaftsbanken in eigenen Sicherungssystemen. Die Bank muss Ihnen vor Vertragsabschluss einen Informationsbogen für Einleger aushändigen. Dort stehen die zuständige Sicherung und der geschützte Betrag.

Inflation, Steuern und der echte Ertrag

Der Nominalzins sagt, wie viele Euro Sie zusätzlich bekommen. Entscheidend ist aber, was Sie damit kaufen können. Steigen die Preise schneller als Ihr Zins, verliert das Ersparte an Kaufkraft, obwohl der Kontostand wächst.

Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Sie legen 10.000 € ein Jahr lang zu 2 % an. Die Inflation liegt in diesem Jahr bei angenommenen 2,5 %. Steuern fallen nicht an, weil die Zinsen unter Ihrem Sparerpauschbetrag bleiben.

200 €Beispiel: Zinsen auf 10.000 € bei angenommenen 2 % in einem Jahr
9.951 €Beispiel: Kaufkraft von 10.200 € nach einem Jahr bei angenommenen 2,5 % Inflation, in Preisen des Vorjahres
12.609 €Beispiel: Kontostand nach fünf Jahren bei 200 € monatlich und angenommenen 2 % mit monatlicher Zinsgutschrift

Im ersten Fall ist der Kontostand um 200 € gewachsen, die Kaufkraft aber um rund 49 € gesunken. Sparkonten sind deshalb für Sicherheit und Verfügbarkeit da, nicht für langfristigen Vermögensaufbau. Für Ziele, die viele Jahre entfernt sind, kommen zusätzlich Anlagen wie breit gestreute Indexfonds in Frage, die jedoch schwanken.

Im zweiten Beispiel zahlen Sie in fünf Jahren 12.000 € ein und erhalten rund 609 € Zinsen. Mit dem Rechner können Sie eigene Beträge und Zinssätze ausprobieren.

Zinsen sind steuerpflichtige Kapitalerträge. Mit einem Freistellungsauftrag bleibt der Betrag bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei. Die aktuelle Höhe finden Sie beim Bundesfinanzministerium. Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Beitrag über Steuergrundlagen.

In fünf Schritten zum passenden Sparkonto

  1. Zweck festlegen

    Notgroschen, Urlaub, Auto oder ein Termin in drei Jahren: Der Zweck bestimmt, wie schnell Sie an das Geld kommen müssen.

  2. Zugriff und Laufzeit bestimmen

    Brauchen Sie das Geld jederzeit, passt Tagesgeld. Steht der Termin fest, kommen Festgeld oder ein Sparbrief mit passender Laufzeit in Frage.

  3. Angebote vergleichen

    Vergleichen Sie mehrere Banken nach Zins, Zinsdauer, Zinsgutschrift und Bedingungen. Nutzen Sie unabhängige Vergleiche und prüfen Sie die Angaben auf der Website der Bank.

  4. Sicherheit prüfen

    Lesen Sie den Informationsbogen für Einleger. Prüfen Sie Sitz der Bank und zuständige Einlagensicherung. Ob eine Bank in Deutschland zugelassen ist, lässt sich in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachsehen.

  5. Eröffnen und Freistellungsauftrag erteilen

    Eröffnen Sie das Konto, legitimieren Sie sich per Video- oder Postident und verteilen Sie Ihren Freistellungsauftrag passend auf Ihre Banken.

Typische Fehler beim Sparen auf Konten

  • Zu viel Geld auf dem Girokonto: Dort gibt es meist keine Zinsen, und das Geld wird leichter ausgegeben.
  • Aktionszins nicht beobachten: Nach dem Aktionszeitraum sinkt der Zins oft. Setzen Sie sich eine Erinnerung.
  • Zu lange Festgeldlaufzeiten: Wer Geld vor Laufzeitende braucht, hat ein Problem. Binden Sie nur Geld, das Sie sicher nicht benötigen.
  • Nur auf den Zins schauen: Ein etwas höherer Zins bei einer Bank, deren Einlagensicherung Sie nicht kennen, ist kein guter Tausch.
  • Kündigungsfristen übersehen: Beim Sparbuch und beim Kündigungsgeld kann eine vorzeitige Verfügung Vorschusszinsen kosten.

Wer seine Sparkonten einmal im Jahr prüft, bleibt bei den Konditionen auf dem Laufenden. Das gehört zu einem guten Haushaltsbudget genauso wie das regelmäßige Sparen selbst.

Offizielle Quellen

  • BaFin: Unternehmensdatenbank zugelassener Banken und Verbraucherinformationen zur Einlagensicherung.
  • Bundesministerium der Finanzen: aktueller Sparerpauschbetrag und Regeln zur Besteuerung von Zinsen.
  • Verbraucherzentrale: unabhängige Hinweise zu Tagesgeld, Festgeld, Zinsportalen und Lockangeboten.

Häufige Fragen

Wie sicher ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto?

Einlagen bei Banken in der EU sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem festgelegten Betrag pro Kunde und Bank geschützt. Viele deutsche Institute sind zusätzlich freiwillig abgesichert. Den genauen Schutz nennt der Informationsbogen für Einleger Ihrer Bank.

Lohnt sich ein Sparbuch heute noch?

Das Sparbuch ist einfach und oft vor Ort verfügbar, bietet aber meist niedrige Zinsen und eine Kündigungsfrist für größere Beträge. Für die meisten Zwecke ist ein Tagesgeldkonto flexibler. Für Kinder nutzen manche Familien das Sparbuch weiterhin.

Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?

In der Regel nicht. Manche Banken erlauben eine vorzeitige Auflösung nur in Ausnahmefällen und oft mit Zinsverlust. Legen Sie deshalb nur Geld fest an, das Sie bis zum Laufzeitende sicher nicht brauchen.

Wie viele Sparkonten sollte ich haben?

Für viele reichen ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen und ein weiteres Konto oder Unterkonto für planbare Ausgaben. Mehr Konten können sinnvoll sein, wenn Sie Aktionszinsen nutzen oder Geld auf mehrere Einlagensicherungen verteilen wollen.

Muss ich Zinsen versteuern?

Zinsen sind Kapitalerträge und steuerpflichtig, soweit sie über dem Sparerpauschbetrag liegen. Deutsche Banken führen die Steuer automatisch ab, wenn kein ausreichender Freistellungsauftrag vorliegt. Bei ausländischen Banken müssen Sie die Erträge meist selbst angeben.

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HomeCasa-Redaktion

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